Keine Rheinquerung bei Altrip!
Freitag, 30.April 2010 von Hella
In der Ortsbeiratssitzung vom 22.04.2010 verabschiedete der Rheingönheimer Ortsbeirat eine Resolution gegen eine Rheinbrücke bei Altrip. Diese war als Antrag von der SPD Ortsbeiratsfraktion eingereicht worden. Schon seit den 60er Jahren geistert dieses Thema immer wieder durch die südlichen Stadtteile Ludwigshafens. Die Autobahn zur Brücke würde höchstwahrscheinlich über die Rheingönheimer Gemarkung, direkt vorbei am Wildpark und dann an Altrip vorbei führen. Direkt durch eines der schönsten Naherholungsgebiete Ludwigshafens, das zudem in Teilen Natur- und Wasserschutzgebiet ist. Wer von uns war noch nicht im Wildpark oder im Gasthaus “Waldmühle” oder an der Schlicht? Und wer von uns würde schon gerne neben der Autobahn essen oder schwimmen gehen? Ganz abgesehen von den betroffenen Anwohnern. Die Autobahn würde nahe am Neubaugebiet “Neubruch” in Rheingönheim vorbeiführen.
Alternative Streckenführungen sind zwar im Gespräch, scheinen aber nicht ernsthaft diskutiert zu werden. Daher kann ich die Rheingönheimer Ortsbeiräte nur bestärken sich auch weiterhin engagiert gegen eine Rheinquerung bei Altrip auszusprechen. Ludwigshafen braucht grüne Naherholungsgebiete im Süden! Statt Millionen in eine Brücke zu investieren, die diese zerstört, sollte das Geld vielleicht lieber in die Reparatur der Hochstraße Nord investiert werden.


Ich bin auch gegen eine Rheinbrücke bei Altrip. Trotzdem muss man sich Gedanken darüber machen, wie es langfristig, bei zu erwartenden steigenden Verkehrzahlen über den Rhein gelingen kann, das Verkehrsaufkommen zu kompensieren. Jedenfalls sind die Adenauer Brücke und die Schumacher Brücke bereits heute überlastet und marode.
Hallo Allerseits,
ich kann mich Ihren Argumenten nicht anschließen.
Die Maßnahme muss endlich kommen und war ja auch schon mal planfestgestellt.
Ich kenne die täglichen Staus in der Mannheimer Innenstadt. Das ist eine Katastrophe und mittlerweile unzumutbar. Und die Verkehrsprognosen bis 2020 sprechen eine deutliche Sprache. Ich meine wie und wann endlich wollen wir das Problem denn lösen?
Es tut der Umwelt auch gut wenn all die tausenden Pendler nicht mehr die weiten Umwege inkl. Stau und unnötiger Abgase fahren und produzieren müßten.
Der Kosten-Nutzen Faktor der Rheinbrücke ALtrip ist 8,8 !!!! Es gibt nicht eine einzige Brücke in ganz Rheinland-Pfalz über den Rhein die einen höheren Faktor hätte. Man hat errechnet, dass die Innenstadt täglich auf beiden Brücken um allein schätzungsweise 1.700 LKW und über 21.000 PKW entlastet würde. Die Rheinquerung Altrip würde schätzungsweise von 30 Tsd. Fahrzeugen / 24 h genutzt. Es ist ja wohl allemal besser außerhalb der Stadt die Autobahn zu haben als IN DER INNENSTADT.
Die Tatsache, dass man von täglich 30.000 Nutzern der Rheinquerung Altrip ausgehen kann ist eigentlich der Beweis dafür wie notwendig die Ost-West-Achse ist.
Es ist auch nicht einzusehen warum die Menschen in den Innenstädten nicht auch mal wenigstens etwas vom Verkehrsinfarkt entlastet werden sollen. Bisher bekommen die Innenstädter über die Ludwigshafener Hochautobahn/Stadtautobahn sozusagen den Lärm, den Feinstaub und die Abgase sowie die Staus auf Balkonhöhe präsentiert. Es existiert hier keine Lärmschutzwand. Bei der neuen Rheinquerung und dem heutigen Stand der Technik hätten Mundenheim/Rheingönnheim/Neuhofen und ALtrip jedoch mit Sicherheit eine Lärmschutzwand die entsprechend so wäre, dass der Lärm wahrscheinlich nach der Autobahn maximal ein Fünftel so schlimm wäre wie er auch nach der Entlastung in der Innenstadt noch ist.
Ich kann jedem der draußen im Grünen, im Speckgürtel außerhalb der Innenstädte oder an der blauen Adria wohnt nur empfehlen mal täglich im Pendlerstau zu stehen oder am besten in einem Block 30 Meter entfernt von der Autobahn in Ludwigshafen mal zwei Wochen zu leben.
Wer das gewohnt ist der würde über eine einzige Autobahn mit Lärmschutzwand nur schmunzeln.
Sandhofen und Speyer als Alternativen sind viel zu weit im Norden bzw. Süden. Das sind ja gigantische Umwege. Ökologisch wäre das nicht mehr. Die ganzen Dürkheimer, Schifferstädter, Mutterstädter, die ganzen Leute die über die A 65 Südwestpfalz direkt auf das Mutterstadter Kreuz kommen und nach Württemberg rüber müssen. Die fahren sozusagen alle durch die Innenstadt. Prima. Auch die ganze A 650 wird komplett in die Innenstadt geleitet. Der ganze Verkehr rollt tagtäglich in die Innenstädte rein um sich anschließend in Mannheim wieder aus den Innenstädten heraus zu verteilen. Das ist ökologischer und ökonomischer Unsinn.
Die einzigen Gründe gegen die Rheinquerung Altrip sind ein paar Vögel und ein Naherholungsgebiet. Nicht dass ich nicht für Umweltschutz bin aber es muss auch Grenzen geben. Man kann keinen Tunnel für ne halbe Milliarde oder 500 Millionen hinkloppen nur wegen der Vögel. Sorry. Wir haben keine Asche mehr und da geht das halt eben nicht.
Nur um mal ein paar Argumente für die Rheinquerung zu nennen. Nur die, die mir gerade mal so in nicht mal ganz zehn Minuten eingefallen sind:
Für die Rheinquerung spricht
- Verringerung der täglichen volkswirtschaftlichen Stauschäden (Wer möchte das bezahlen?)
- Fehlende Alternativvorschläge. Von den Grünen hört man immer nur, dass die Brücke abgelehnt wird. Wo ist euere Lösung für die zig tausend Pendler die täglich auf den beiden Innenstadtbrücken im Stau stehen oder auch auf der Salierbrücke über den Rhein bei Speyer. Hier fehlt eindeutig eine weitere Brücke.
- erhebliche Verringerung der täglichen Pendlerzeiten im Berufsverkehr für tausende !! von Pendlern
- erhebliche Verkürzung des Pendlerwegs im Berufsverkehr für tausende !! von Pendlern (tut der Umwelt nebenbei ebenfalls gut)
- Verringerung von Unfällen, v.a. Auffahrungfällen bei Stauungen
- Entlastung unserer Innenstädte MA/LU betr. täglichem Durchgangsverkehr, Entlastung der gestressten Menschen
- Verringerung des Feinstaubs in der Stadt (gerade in der Stadt ist der Wert besonders hoch, dort ist das Limit erreicht, in Altrip ist noch Luft nach oben). Man muss auch mal fair sein und die Lasten wenigstens halbwegs ausgleichen.
- Lückenschluss. Die A 65 ist praktisch bis auf wenige Kilometer an den Rhein gebaut. Auf baden-württembergischer Seite liegt die doppelspurige B38 schon lange bis an den Hafen. Es ist völlig idiotisch diese wenige Kilometer große Lücke nicht endlich – wie schon seit Ewigkeiten und Jahrzehnten geplant – nun auch endlich mal zu schließen. Damit hätte man auch den Autobahnring endlich vollständig. Die ganzen Gemeinde in der Pfalz wären somit an das Mannheimer Autobahnnetz (Neckarauer Kreuz, Mannheimer Kreuz) direkt angeschlossen.
- die Investition selbst. Investitonen sind recht billig da ein Großteild es Geldes in Form geringerer Sozialabgaben durch Arbeisschaffung und Erhöhung der Steuereinnahmen durch Einkommensteuer und UNternehmenssteuern sowie volkswirtschaftliche Impulse direkt und indirekt zurückfließen.
Was dagegen spricht sind die Interessen der Altriper und Neuhofener und Rheingönnheimer. Hier hat man Angst vor Lärm oder einer Autobahn, vergisst dabei aber, dass in Deutschland einige Millionen Menschen auch an einer Autobahn leben. Ich finde es nicht mehr als gerechet wenn man die Innenstädtler etwas vom Verkehr entlastet (die haben genug Autos den ganzen Tag) und die Last des Lärms und Feinstaubs ein wenig verteilt. Wieso soll alles die Innenstadt alleine abbekommen? WARUM? Weil die Leute nicht soviel Geld haben um ein Haus im Grünen zu haben ?
- Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Rheinquerung von Altrip ist 8,8 und damit das höchste das am gesamten Rhein in gesamt Rheinland-Pfalz für eine Brücke existiert. Wirtschaftlich gesehen gibt es kaum eine sinnvollere Rheinquerung als bei Altrip.
MfG,
A. Schneider
Ein Punkt (Pro Rheinbrücke) kommt ergänzend noch dazu….
Durch eine Entlastung der Rheinbrücken in LU/MA würden sich bestimmt mehr Privatleute und auch Firmen im Bereich Ludwigshafen/Vorderpfalz ansiedeln.
Die Städten und Gemeinden würden mehr Steuern einnehmen, sieht man ja am Beispiel Vögele/Rheingönnheim. Wer hat sich sich denn hier für die verlorengegangen Ackerflächen interessiert?
Da werden wir uns vermutlich ohnehin nicht einig, aber ein paar deiner Argumente muss ich doch noch widersprechen. Zum einen kann man Rheingönheim wohl kaum zum “Speckgürtel” zählen. Zum einen ist es ein Stadtteil von Ludwigshafen und zum anderen ist die Einkommensstruktur nicht anders als in anderen Stadtteilen, vielleicht mal von der Innenstadt abgesehen.
Dein Argument mit den Pendlerstaus überzeugt mich auch nicht, insbesondere nicht mit Hinweis auf die durch eine neue Brücke verringerten Abgasmengen. Niemand wird gezwungen mit dem Auto über den Rhein zu pendeln. Wir haben einen hervorragenden Nahverkehr. Würden mehr Pendler diesen nutzen, würden sie nicht nur Geld sparen, sondern ständen auch nicht mehr im Stau. Und der Umwelt wäre hierdurch der größte Gefallen getan.
Ein Hinweis zu Lärmbelastung der Innenstadt: Wer schon mal neben der Hochstraße gestanden hat, wird feststellen, dass sich der Lärm in Grenzen hält. Im Übrigen glaube ich nicht, dass sich der Verkehr in der Innenstadt derart stark verringern würde, dass es eine merklich geringere Lärmbelastung gäbe. Denn es erfordert schon eine starke Abnahme der Dezibel, damit wir Menschen es überhaupt wahrnehmen können. Und sollte es für die Anwohner dort eine zu starke Lärmbelastung geben, sollte man vielleicht lieber über Lärmschutzwände u.ä. dort diskutieren. Das wäre auch deutlich billiger als eine neue Brücke.
Der geplante Streckenverlauf der Autobahn zur Brücke, würde zudem auch den Innenstadtbewohnern, die es vielleicht noch dringender brauchen, da sie oft keinen eigenen Garten haben, ein schönes Naherholungsgebiet nehmen. Und wie erwähnt geht es hier nicht nur um Erholung. Es ist auch ein Natur- und Wasserschutzgebiet.
@ Rene: Wie man an Vögele und Görtz sehen kann siedeln sich auch ohne eine weitere Rheinbrücke gerne Unternehmen in Rheingönheim und Umgebung an.
Im Übrigen haben sich auch bei Vögele viele Leute für die Ackerfläche interessiert. Hierfür gab es Ausgleichsflächen. Du wirst aber ja sicher nicht bestreiten, dass Ackerflächen etwas ganz anderes sind als Natur- und Wasserschutzgebiete.