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Und der Ärger geht weiter… Proteste gegen Amflora

Freitag, 30.April 2010 von Hella

Aktuelles

Dreizehn Jahre hat es gedauert. Dreizehn Jahre wurde getestet, getestet und noch mal getestet. Am Ende kam auch die EU-Kommission zu dem Schluss: Amflora, die gentechnisch veränderte Kartoffel der BASF, ist nicht schädlich für Menschen, Tiere und Umwelt. Dreizehn Jahre und ein Aufwand, der wohl in keinem anderen Teil der Welt derart betrieben würde, da nirgendwo sonst die Zulassungsbeschränkungen derart strikt sind. Doch scheinbar glauben einige noch immer nicht an die Unbedenklichkeit der Amflora. Bei der gestrigen Aktionärsversammlung der BASF im Mannheimer Rosengarten protestierten ihre Gegner vor den Türen gegen ihren Anbau und Gentechnik im Allgemeinen.

Wie ich schon vor einiger Zeit in meinem Artikel Genkartoffel nach gut 13 Jahren von EU-Kommission zugelassen geschrieben habe, kann ich das Problem nicht verstehen. Menschen betreiben schon sehr lange Grüne Gentechnik. Einige Tierrassen und die meisten unserer Nutzpflanzen gäbe es sonst gar nicht. Traditionell wurden dabei Pflanzen so lange gekreuzt bis man irgendwann die Eigenschaft der einen Pflanze, die man auf die andere Pflanze übertragen wollte, endlich auch bei dieser beobachten konnte. Dabei konnten jedoch auch immer ungewollte Eigenschaften übertragen werden. Man konnte also nie sagen, was am Ende dabei herauskommt.

Anders ist das bei der modernen Grünen Gentechnik. Hier wird eine Pflanze gesucht, die die gewünschte Eigenschaft hat, z.B. auf sehr trockenem Boden überleben kann. Bei dieser wird dann das für diese Eigenschaft verantwortliche Gen identifiziert. Dieses wird dann mithilfe bestimmter Bakterien von dieser Pflanze auf die Zielpflanze, z.B. Kartoffeln, übertragen. Und hier kommt das Problem vieler Gentechnik-Gegner. Die Bakterien, die das Gen übertragen, müssen nachdem sie dies erledigt haben, natürlich wieder restlos entfernt werden. Sie werden also mit einer geringen Dosis Antibiotika abgetötet. Damit jedoch die Zielpflanze davon nicht auch zerstört wird, muss diese ein Gen enthalten, dass sie resistent gegen diese geringe Antibiotikadosis macht. Was nicht heißt, dass höhere Dosen sie nicht ebenfalls zerstören würden. Dieses Gen bleibt also in der Kartoffel enthalten. Doch wo ist da das Problem? Viele Pflanzen, die wir essen haben antibiotikaresistente Bestandteile. Das Gen der Kartoffel überträgt sich ja nicht in unserem Magen plötzlich auf uns. Sonst hätten wir längst viele sehr interessante Eigenschaften von unserer Nahrung übernommen. Wenn ich Hühnchen esse, wachsen mir ja auch keine Federn.

Im Übrigen ist die Amflora eine Industriekartoffel. Sie muss zwar als Nahrungsmittel zugelassen werden, falls sich per Zufall mal eine Amflora bei Ernte oder Transport zwischen Lebensmittelkartoffeln verirren sollte, die BASF hat aber nicht vor sie als solche zu vermarkten. Das wäre wohl auch ziemlich sinnlos, da sie durch ihren hohen Stärkegehalt nicht wirklich gut schmeckt und sich daher wohl nicht gut verkaufen würde.

Ärgern wir uns also lieber darüber, dass die BASF als Ludwigshafener Unternehmen ihre Aktionärsversammlungen in Mannheim abhält, statt uns über die Auswirkungen des Konsums einer Kartoffel Gedanken zu machen, die gar nicht für diesen gedacht ist.

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